Netzpolitik Tracking

Tracking-Algorithmen im Browser mitbestimmen

Was ist unter Tracking zu verstehen? Unser Online-Verhalten wird verfolgt und gespeichert – von Organisationen, Unternehmen oder Websites. Dadurch erhalten sie Einblick in unser Verhalten und unsere Vorlieben. Diese Einblicke können ein genaueres Bild von uns zeichnen, als wir selbst.

Vorsicht beim Lesen von Boulevardpresse – unwillkürlich passen sich Kaufempfehungen und automatisch eingefügte Online-Infos an (Photo by King’s Church International on Unsplash)

Was wir selbst von unserem Verhalten wahrnehmen, ist subjektiv geprägt. Tracking bildet unser reales Verhalten ab. Jedenfalls online. Oder wie im Bestseller “Gut gegen Nordwind” von Daniel Glattauer beschrieben, “die ehrlichste Version von uns selbst” auf unserer virtuellen Insel.

Die gesammelten “Einsichten” dienen einem Zweck: die Usability soll gesteigert werden. Unser Benutzererlebnis soll optimiert werden. Andererseits: Statistiken werden gefüllt, eine individuelle Anpassung erfolgt. Auch Profiling oder gezieltes Marketing genannt.

Können wir beim Datentracking vielleicht mitreden?

Die Forscherin Carolin Sinders spricht mit Blogautor Chris Köver (netzpolitik.org) über Fragen zu “einem feministischen Algorithmus“. Sie möchte gerne mitbestimmen, welche ihrer getrackten Daten gespeichert werden. Die “Debatte um maschinelles Lernen” beginne erst.

Die Erschaffung eines „feministischen Datensets“: Ist das möglich? Und was ist das genau? Das Gespräch mit Caroline am Rand der re:publica in Berlin ist hier zu hören: https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2019/05/Caroline-Sinders.mp3

Werde jemand anderes!

Tatsache ist für den User: Tracking nervt. Großer Ärger führt zu neuen und witzigen Lösungen: Firefox hat die Website track this entwickelt, um den Algorithmus wenigstens durcheinander zu bringen. Das verspricht eine Menge Spaß…

(https://trackthis.link/)

Als Identitäten stehen zur Auswahl: das Hypebeast. Du bist ab jetzt besessen von Streetwear, exklusiven Kicks und der neuesten Musik.

The Filthy Rich (mein Favorit). Dein Leben ist ein Bond-Film, allerdings mit weniger Alkohol und mehr Kreditkartenpunkten, Luxusmarken, schicken Autos und exklusiven Clubs.

Doomsday. Du suchst nach Vorräten, wertest Bunker aus und druckst Verschwörungstheorien aus, damit du sie mit rotem Garn an deine Schlafzimmerwand heften kannst.

Der Influencer ist besessen von Hautpflege-Routinen, ganzheitlichen Heilmitteln, Astrologie- und Meditations-Apps und natürlich angewiesen auf das Pushen von Likes und Abonnements in seinem Vlog.

Über 100 Tabs öffnen sich in deinem Browser beim Click auf deine neue Identität, um zu beweisen, wer du jetzt bist! Natürlich kannst du nach diesem Prinzip auch selbst vorgehen. Verändere deine Interessen, und du wirst automatisch unterstützt.

Quellenangaben: https://netzpolitik.org/2019/npp-175-mit-caroline-sinders-wie-trainiert-man-einen-feministischen-algorithmus

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